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- # Projekt: Multi-LTE-Anbindung "Kippstell" Netzwerkparty
- Für die Netzwerkparty in der Kippstelle (Dortmund-Eving) wird eine gebündelte Internetanbindung über mehrere LTE-Verbindungen realisiert. Basis ist [OpenMPTCProuter](https://github.com/ysurac/openmptcprouter), das mittels MPTCP mehrere LTE-Uplinks zu einer stabilen, schnelleren Verbindung bündelt.
- ## Rahmen
- Die Netzwerkparty läuft eine Woche mit ca. 15 Teilnehmern. LTE-Verbindungen werden dort bereits seit mehreren Jahren eingesetzt.
- ## Aufbau
- - Serverseitig: VPS mit fester IP, bereitgestellt von Freifunk Dortmund
- - Vor Ort: [Ubiquiti EdgeRouter X (ER-X)](https://openwrt.org/toh/ubiquiti/edgerouter_x_er-x_ka) (5 Ports) mit OpenMPTCProuter
- - Zusätzlich: Freifunk-Router für Gäste-WLAN
- ## LTE-Anbindungen
- 3 von 4 möglichen Slots belegt, ein Port/Slot ist noch frei.
- | Gerät | Provider | Datenvolumen |
- |---|---|---|
- | Fritzbox LTE | o2 | Flatrate |
- | Fritzbox LTE | Vodafone | 100 GB |
- | TP-Link LTE | Telekom | 120 GB |
- ## Ziel
- Zuverlässiges, gebündeltes Internet für die Veranstaltung ohne Abhängigkeit von einer einzelnen Mobilfunkverbindung.
- ## Gefahrenbewertung
- - **Datenvolumen:** Erfahrungswert liegt unter 400 GB pro Woche (u.a. durchgängiges YouTube auf dem Beamer für Musikvideos) – bei kombiniertem Kontingent von 220 GB (Vodafone+Telekom) plus o2-Flatrate bisher unkritisch
- - **Single Point of Failure:** Fällt der ER-X aus, sind alle Teilnehmer offline (keine redundante Router-Hardware vor Ort)
- - **Physische Sicherheit:** Gering kritisch, da geschlossene Gruppe von ca. 15 sich seit Jahren bekannten Personen im selben Raum
- - **Hardware-Stabilität ER-X:** Alpha-Support laut Hersteller. Dokumentierter Bug-Report (2021, ungelöst) zeigt Abstürze bei Mehrfach-WAN-Betrieb (Portflapping oder Reboot). Kein aktueller Fix bekannt.
- - **Netzwerksicherheit:** MPTCP-Tunnel zum Freifunk-Server als zentraler Vertrauensanker; kein Fremdzugriff durch Externe zu erwarten. Zusätzlich wird ein lokaler Freifunk-Router für Gäste und das nähere Umfeld aufgestellt – freies Internet ohne Anmeldung.
- ### Freifunk Dortmund
- Freifunk Dortmund ist ein ehrenamtliches Community-Projekt, das freies, offenes WLAN ohne Anmeldung für alle bereitstellt. Genau ein solcher Freifunk-Router wird auf der Netzwerkparty für Gäste betrieben und erweitert so das lokale Mesh-Netz. Wer mitmachen möchte, kann eigene Router betreiben und so das Netz ausbauen. Mehr Infos unter [freifunk-dortmund.de](https://freifunk-dortmund.de).
- ## Server-Setup: Debian-13-Problematik
- Der Test-VPS (`marcel.ffdo.net`, ehem. Matrix-Testserver) läuft auf **Debian 13 (Trixie)**. Das offizielle OMR-Server-Script (`debian-x86_64.sh`) unterstützt explizit nur **Debian 9–12**; bei Debian 13 bricht es mit klarer Fehlermeldung ab ("This script only work with Debian Stretch (9.x)... or Debian Bookworm (12.x)").
- Debian 13 ist so neu (Release 2025), dass viele Softwareprojekte ihre Kompatibilitätsprüfungen noch nicht aktualisiert haben – Paketnamen, Abhängigkeiten und Kernel-Module können sich zwischen Debian-Versionen ändern, weshalb Scripts wie das von OMR oft nur explizit getestete/freigegebene Versionen erlauben. Bei OMR kommt hinzu, dass es stark auf systemd-Dienste, feste Paketversionen und teils selbst kompilierte Kernel-Module setzt – das macht das Projekt empfindlicher gegenüber Distributions-Updates als einfachere Software.
- **Workaround-Versuch: Docker-Container mit Debian 12**
- Da der Server unter KVM (eigener Kernel, nicht LXC) läuft, wurde versucht, das Script in einem Docker-Container mit `debian:12`-Image auszuführen (`--privileged --network host`), um die Versionsprüfung zu umgehen und dabei den bereits MPTCP-fähigen Host-Kernel (6.12) mitzunutzen.
- - Grundinstallation (Pakete, Zertifikate, Webinterface-Setup) lief großteils durch
- - **Kritische Einschränkung:** Docker-Container laufen standardmäßig ohne systemd als PID 1 – dienste-basierte Prüfung/Verwaltung (`systemctl status ...`) schlägt fehl ("System has not been booted with systemd as init system"). Zentrale Komponenten wie `shadowsocks-libev` und `glorytun` wurden dadurch nicht wie erwartet eingerichtet
- - **Fazit:** Docker ist für dieses systemd-lastige Server-Setup keine zuverlässige Lösung, auch wenn die reine Paketinstallation grundsätzlich möglich wäre
- **Zusätzlich gefundener Script-Bug (unabhängig von Debian 13):**
- Bei `KERNEL≠"5.4"` wird die Variable `SOURCES` im Script zwangsweise auf `"yes"` gesetzt (Zeilen 44–46), auch wenn man `SOURCES="no"` explizit übergibt. Das löst einen fehlerhaften iperf3-Build-Pfad aus: Das Script versucht `iperf3_3.18-1.debian.tar.xz` von `deb.debian.org` zu laden, das dort nicht mehr existiert (nur `3.12-1+deb12u2` verfügbar) → 404-Fehler, Installation bricht ab.
- *Workaround:* Zeile 568 im lokal heruntergeladenen Script patchen, um den Source-Build-Zweig zu überspringen (nutzt dann `apt-get install iperf3` direkt).
- **Nächster Schritt:** Test auf echtem Debian-12-VPS (z. B. Hetzner CX22, ca. €4/Monat) ohne Docker-Umweg, um zu prüfen, ob die Installation dort sauber und vollständig durchläuft.
- **Ergebnis-Meldung an Upstream:** Der iperf3/SOURCES-Bug soll als Issue im Repo [openmptcprouter-vps](https://github.com/Ysurac/openmptcprouter-vps/issues) gemeldet werden, sobald das Setup steht.
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